Jodi Picoult – Kleine große Schritte

„Soll ich ehrlich sein? Der Grund, weshalb wir nicht über Rasse sprechen, ist der, dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen.“

wie sieht der Klappentext aus?

Kleine große Schritte – Als ein Neugeborenes nach einem Routineeingriff im Krankenhaus stirbt, scheint schnell klar zu sein, wer daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester, der untersagt war, das Baby anzufassen. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…

Worum geht’s? – kurz und knapp

Kleine große Schritte ist eine Geschichte von Jodi Picoult in der es um den alltäglichen Rassismus in unserer modernen Welt geht. Wie die Autorin auch schon in ihrer Anmerkung sagt, ein echt harter Brocken, wenn man selber in dem Sinne nicht unter Rassismus leidet, wie in diesem Beispiel Dunkelhäutige es tun. Ich denke, dass es Einem fast unmöglich ist, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen, wenn man nicht selber drin steckt oder es noch nie erlebt hat. Dennoch hat Jodi Picoult hier einen echt tollen Roman verfasst, der definitiv Augen öffnet.

Kleine große Schritte – Meine genaue Meinung

Die Figuren sind sehr authentisch dargestellt, wenn auch, wie ich zwischendurch fand, mit ein wenig Hang zum Übertreiben. Diese Meinung kann aber auch eventuell daran liegen, dass ich weder selbst bereits in einer solchen Situation war noch wen kenne, der Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat und ich mir einfach absolut nicht vorstellen kann, dass Menschen so denken und so voller Hass sind. Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens zwischendurch auch sehr frustriert war, aufgrund von soviel Hass. Kleine große Schritte ist aus den Perspektiven verschiedener Charaktere geschrieben, was ich unheimlich gut fand, denn so bekam man eine Sicht aus allen Blickwinkeln und konnte mal in alle Köpfe „reinschnuppern“. Diese Art zu schreiben finde ich oft auch stressig, weil man sooft umswitchen und sich immer wieder in einen anderen Charakter hinein versetzen muss, sodass ich oft keinen Bezug zu den Figuren aufbauen kann. In diesem Fall war es aber eine klasse Idee, da so die ganze Geschichte anschaulicher wurde. Der schlichte und einfache Schreibstil stellt das Thema nochmal in einer emotionalen Banalität dar und macht – zumindest für mich – deutlich, wie traurig es eigentlich ist, dass so etwas heutzutage noch geschieht und wahrscheinlich auch immer geschehen wird.

Und das Fazit…

Insgesamt war der Inhalt des Buches sehr gut geschrieben, meiner Meinung nach war das Ende aber sehr voraussehbar. Fand ich in diesem Fall aber auch nicht weiter schlimm, denn hier geht es eher um die Geschichte als um das Ende, ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Auch finde ich wurde hier deutlich (ich weiß nicht, ob es von der Autorin beabsichtigt war oder nicht), dass es definitiv ein Buch ist, was beide Seiten lesen sollten. Sowohl – entschuldigt die „political uncorrectness“ – weiße als auch schwarze, schon allein, weil man mal in die Köpfe aller blicken kann.

Allem in allem kann ich Kleine große Schritte zu 110% weiterempfehlen. Es ist ein Buch, das zumindest meine Augen weit geöffnet  hat. Es zeigt viele verschiedene Perspektiven und auf jeden Fall neue Sichtweisen.

 

Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar 🙂

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