Helmut Böttiger – Wir sagen uns Dunkles

„…Ich liebe Dich und ich will Dich nicht lieben, es ist zuviel und schwer; aber ich liebe Dich vor allem – heute sage ich es dir, auch auf die Gefahr hin, dass Du es nicht mehr hörst oder nicht mehr hören willst.“

beginnen wir mit dem klappentext

Helmut Böttiger – „Wir sagen uns Dunkles“: Sie waren wie die Königskinder, die nicht zueinander kommen konnten: Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei der einflussreichsten Dichter der deutschen Nachkriegszeit. Sie kannten und liebten sich fast ihr Leben lang, hielten es jedoch nicht miteinander aus. Eine dramatische Liebesgeschichte, die bis nach Celans Tod geheim bleibt, nun zum ersten Mal in ihrer gesamten Chronologie erzählt.

„Wir sagen uns dunkles“ – was dachte ich mir eigentlich dabei?

Bevor ich „Wir sagen uns Dunkles“ las, hatte ich nur eine vage Ahnung davon, wer Paul Celan und Ingeborg Bachmann denn wohl sein könnten. Von Beiden hatte ich schonmal vage gehört, das war es aber auch schon. Das Buch gelesen habe ich zum Einen, weil mir das Gedicht von Celan gefiel und zum Anderen, weil der Klappentext meinen Hang zur Dramatik definitiv angesprochen hat. Auch, dass ich mich gerne mal mit Lyrik ein wenig mehr auseinander setzen wollte war ein Grund das „Wir sagen uns Dunkles“ zu lesen. Wie ihr nun vielleicht schon merkt, habe ich im Grunde genommen keine Ahnung gehabt, worauf ich mich da eigentlich eingelassen habe und ich muss gestehen, dass ich auch ein wenig Bammel vor dem Buch hatte. Es bestand ja die Gefahr, dass ich einfach nichts verstehe und nur mit Fachbegriffen und Namen um sich geworfen wird, die mir rein gar nichts sagen.

Es kam dann aber alles doch ganz anders,

denn Helmut Böttiger beschreibt die Beziehung zwischen Paul Celan und Ingeborg Bachmann keineswegs so, dass nur Experten sie verstehen können, sondern in einer Art, die die Geschichte für jedermann zugänglich macht. Die Gedichte und Briefe der Beiden werden mit einfachen Worten erklärt und analysiert, lassen das Buch aber trotzdem nicht an Tiefe verlieren. Der einfache und flüssige Schreibstil des Autors ermöglicht es, dass das Buch einfach zu lesen und für jeden verständlich ist ohne jedoch langweilig und eintönig zu sein.

Auch die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und geben dem Buch eine Struktur, die dem Leser die Geschichte der Beiden näher bringt. Ein weiterer Punkt, der mir an der Umsetzung sehr gefallen hat, war, dass an einigen Stellen Fotografien zu den jeweiligen Textpassagen eingefügt waren. Dadurch hatte man die Personen, um die es ging direkt vor Augen. Denn schließlich handelt es sich hier um reelle Charaktere, die wirklich gelebt haben.

Wie fand ich denn eigentlich das Cover?

Auch das Cover ist meiner Meinung nach eindeutig dem Thema entsprechend gestaltet. Die beiden Bilder von Bachmann und Celan sind durch eine weiße Linie getrennt. Dies macht deutlich, dass sie sich zwar nahe standen, jedoch auch immer etwas zwischen ihnen stand. Die kalten Töne der Farbgestaltung unterstreichen nochmal die Tragik und teilweise Verzweiflung, die hinter der Beziehung steckt. Somit wird dem Buch definitiv ein passender „Charakter“ verliehen.

Und jetzt alles nochmal kurz und knapp zusammengefasst

„…Eine faszinierende psychologische Studie zweier herausragender Dichter, die gemeinsam um Worte rangen, einander brauchten und doch nicht miteinander konnten.“

Dieses Zitat, welches auf dem Einband des Buches zu finden ist, kann ich voll und ganz Recht geben. Die Geschichte und auch diese Studie über Paul Celan und Ingeborg Bachmann ist definitiv faszinierend und durch und durch lesenswert – auch für Neueinsteiger wie ich es auch bin.

Zum Schluss möchte ich noch dem DVA Verlag danken, dass sie mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben 🙂

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